Das Kolonkarzinom ist sowohl bei Männern als auch bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Obwohl die Anzahl der jährlichen Neuerkrankungen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts derzeit in etwa konstant bleibt, überleben circa 46 Prozent der Erkrankten die ersten fünf Jahre nach der Diagnose nicht. Dabei ist Darmkrebs heilbar, wenn er nur früh genug entdeckt wird.
Das Mittel der Wahl im Kampf gegen schwere Darmerkrankungen ist also die Früherkennung. Und für Darmkrebs gilt insbesondere: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können die Entstehung von Dickdarmkarzinomen mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar verhindern. Denn in 90 bis 95 Prozent aller Fälle entsteht Darmkrebs aus gutartigen Polypen (Adenomen), die im Schnitt erst nach zehn Jahren zu einem bösartigen Tumor (Malignom) entarten und nach der Diagnose rechtzeitig entfernt werden können. Auf diese Weise könnte in 90 Prozent aller Fälle die Entstehung eines Dickdarmkarzinoms verhindert werden.
Trotz gestiegener öffentlicher Aufmerksamkeit für das Thema Darmkrebs, ist die Vorsorgeuntersuchung allerdings nach wie vor unpopulär - nicht einmal ein Viertel der Bevölkerung unterzieht sich der üblichen Früherkennungsmethode, der Dickdarmspiegelung (fiberoptische Koloskopie). Viele Menschen scheuen diese häufig als unangenehm empfundene Untersuchung, bei der das Endoskop rektal in den Darm eingeführt wird.
Virtuelle Endoskopie
Zu der in der Bevölkerung zu wenig akzeptierten Dickdarmspiegelung liefert die Bildgebende Diagnostik mit der virtuellen Endoskopie eine Alternative, die ohne die Einführung eines Endoskops in den Darm auskommt. Hierbei wird mit der Mehrzeilen-Spiral-Computertomographie (MSCT) eine dreidimensionale Aufnahme des Bauch- und Beckenraumes erzeugt, die dem behandelnden Arzt einen detaillierten Blick auf das gesamte Darmlumen erlaubt. In einer ersten großen Studie im Dezember 2003 konnten über den Einsatz der virtuellen Endoskopie bei den untersuchten Patienten mehr relevante Polypen entdeckt werden als mit der herkömmlichen Darmspiegelung.
Nicht nur die gute Anwendbarkeit spricht für die virtuelle Endoskopie als Alternative zur Darmspiegelung. Ein besonderer Vorteil der modernen Methode besteht darin, daß ergänzend auch eine Beurteilung der Darmwand und der dahinter liegenden Strukturen möglich ist. Von dieser Leistungsstärke der virtuellen Endoskopie profitieren Sie als Patient der Bildgebenden Diagnostik im Darm- und Magen-Check.